Montag, 11. August 2014
Mein innerer Schweinehund liebt mich
Mutti sagt: Jeden Tag abwaschen, dann bleibt die Küche sauber. Mutti, ich habe versagt, der Geschirrberg wächst von Tag zu Tag. Abwaschen ist zu jeder Jahreszeit eine Herausforderung, die selten gleich bewältigt wird. Der innere Schweinehund lässt sich selten austricksen. Immerhin treibt er mich hinaus, trotz Unwetterwarnung, radelt es sich ganz ungeniert. Morgen ist Dienstag, der Name soll Programm sein. Gleich in der Frühe, noch vor dem Frühstück, wird der Berg bewältigt sein, versprochen Mutti. Ich könnte auch aufs Frühstücken verzichten, aus Mangel an Geschirr, eine erstrebenswerte Alternative. Rank und schlank dank Untätigkeit in der Küche, sie wird durch Bewegung auf dem Fahrrad ausgeglichen. Mutti, das siehst du doch ein? Außerdem ist es viel sinnvoller der Bildenden Kunst zu frönen, als diesen schnöden Abwasch zu tätigen. Kunst kommt heute nicht vom Können, sondern vom Denken. Denkende Menschen verbrauchen viele Kalorien, auch gut für die Figur. Das trifft die neue Form von Kunst ( endlich mal was Neues ). Nicht die auf das Subjekt zentrierte Form der Kreativität steht im Fokus, sondern das Jenseits der Idee von Kultur. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei, wo wir wieder beim Essen wären. Essen ist schlecht, aber viel Denken über das Ende des kritischen Denkens macht schlank.
Wer braucht schon Urlaub, seine positiven Auswirkungen auf die Schaffenskraft wird überbewertet.
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